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Technische Dokumentation 18. Juli 2026

Technische Dokumentation erstellen: der Prozess in sechs Schritten

Von der Risikobeurteilung bis zur Bereitstellung am QR-Code: Wie Maschinenbauer technische Dokumentation strukturiert erstellen — mit Normen, Verantwortlichkeiten und kostenloser Vorlage.

Arbeitsplatz einer technischen Redaktion mit Dokumentationsunterlagen

Technische Dokumentation gilt vielen Maschinenbauern als lästiger Schlussakkord des Projekts. Das Ergebnis kennt jeder: Die Maschine steht beim Kunden, die Doku „kommt nach”. Wer den Prozess umdreht und die Dokumentation parallel zur Konstruktion aufbaut, spart am Ende Zeit — und liefert rechtssicher aus. So sieht der Prozess in sechs Schritten aus.

1. Grundlagen klären

Am Anfang stehen drei Fragen: Welche Rechtsvorschriften gelten (heute Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, ab 20. Januar 2027 die Maschinenverordnung 2023/1230)? Welche Normen sind einschlägig — von der ISO 12100 für die Risikobeurteilung bis zu C-Normen der Maschinengattung? Und in welche Sprachen muss die Dokumentation übersetzt werden (Amtssprache des Verwenderlandes)?

2. Intern und extern trennen

Nicht alles, was dokumentiert wird, geht an den Kunden. Interne technische Unterlagen — Risikobeurteilung, Berechnungen, Konstruktionszeichnungen — bleiben beim Hersteller und müssen 10 Jahre lieferfähig archiviert sein. Externe Dokumentation — Betriebsanleitung, Konformitätserklärung, Wartungsplan, Ersatzteilliste — gehört zur Maschine. Diese Trennung früh festzulegen verhindert, dass Know-how ungewollt das Haus verlässt.

3. Nach DIN EN ISO 20607 strukturieren

Für die Betriebsanleitung liefert die DIN EN ISO 20607 die erwartete Gliederung: von Sicherheit und bestimmungsgemäßer Verwendung über Transport, Inbetriebnahme und Betrieb bis zu Wartung, Störungstabelle und Entsorgung. Wer nicht bei null anfangen will: Unsere kostenlose Betriebsanleitungs-Vorlage (Word) enthält genau diese Kapitelstruktur mit Hinweistexten, die Wartungsplan-Vorlage (Excel) das passende Kapitel 8.

4. Redigieren mit System

Gute technische Dokumentation entsteht aus Quellen, nicht aus Erinnerung: Risikobeurteilung liefert Warnhinweise, Stückliste die Ersatzteildaten, Konstruktion die technischen Daten. Feste Terminologie (ein Bauteil, ein Begriff), kurze Handlungsanweisungen im Imperativ und konsistente Warnhinweis-Struktur machen den Unterschied zwischen einer Anleitung, die benutzt wird, und einer, die im Ordner bleibt.

5. Prüfen und freigeben

Vier-Augen-Prinzip: fachliche Prüfung durch die Konstruktion, normative Prüfung gegen die Checkliste, dann formale Freigabe mit Versionsnummer und Datum. Ab diesem Punkt ist jede Änderung eine neue Revision — nachvollziehbar dokumentiert, welche Fassung mit welcher Maschine ausgeliefert wurde.

6. Digital bereitstellen

Der letzte Schritt entscheidet über den Nutzwert: Die MVO erlaubt die digitale Betriebsanleitung, verlangt aber Verfügbarkeit über die erwartete Lebensdauer — mindestens 10 Jahre, ohne App und ohne Login. In der Praxis heißt das: ein permanenter QR-Code an der Maschine, dahinter die versionierte Maschinenakte mit öffentlicher Anleitung und geschützten Detailunterlagen. Genau diesen letzten Schritt übernimmt docks — die interne Ablage in SharePoint, Nextcloud oder auf dem Netzlaufwerk bleibt, wie sie ist.